Benediktiner in Seckau bis heute

Die Sorge des ersten Seckauer Abtes Ildefons Schober (1887–1908) galt neben der Rettung des desolaten Stiftsgebäudes besonders dem inneren Aufbau des Konventes. Die Mitgliederzahl stieg unter seiner Amtszeit am Beginn des 20. Jahrhunderts auf 103 Mönche (Chormönche und Laienbrüder). Weiters entstand aus einer Brüder- und Oblatenschule heraus 1926 das Abteigymnasium, welches 1931 das Öffentlichkeitsrecht erhielt.

Die “Neuland-Bewegung“ fand als eine Jugendbewegung in der Kirche Ende der 1920er/Anfang der 1930er Jahre in Seckau ein aktives Zentrum. Sie ermutigte junge Menschen zu einer religiösen Erneuerung.

1940 wurde die Benediktinerabtei vom Nazi-Regime aufgehoben. Die Mönche wurden gezwungen Schule und Pfarrseelsorge aufzugeben, mussten die Steiermark verlassen und konnten erst 1945 wieder nach Seckau zurückkehren.

1951 eröffnete Br. Bernward Schmid (+ 2010) seine Gold- und Silberschmiede, in der unzählige sakrale und profane Metall- und Emailarbeiten entstanden.

Von 1952 bis 1960 malte Herbert Boeckl seinen Freskenzyklus der “Seckauer Apokalypse” in der Engelkapelle.

Große Schäden in der Bausubstanz, die auf die Aufhebungszeit zurückgingen, machten eine Sanierung in den 1990er Jahren unumgänglich. Aufgrund bescheidener eigener wirtschaftlicher Ressourcen gelang es mit Hilfe zahlreicher privater Spender, durch Unterstützung von Land und Bund das Kloster auf den „Stand der Zeit“ zu bringen. Durch die Um- und Zubauten im heutigen Schultrakt unter Architekt Volker Giencke entstand eine moderne Schule, von der das Abteigymnasium mit seinen mittlerweile fast 300 SchülerInnen profitiert.

Im Mai 2010 resignierte der 7. Abt, Johannes Gartner, anlässlich der Feier seines 70. Geburtstages und kehrte in sein Heimatkloster Seitenstetten zurück. Pater Johannes Fragner wurde von den Mitbrüdern im Juli 2010 zum Prior Administrator gewählt.

Zur Zeit umfasst der Konvent 11 Mönche.