Wie werde ich Mönch

„Wir wollen also eine Schule für den Dienst des Herrn einrichten“
(aus der Regel des Hl. Benedikt; RB, Prolog Vers 45)

Mit diesem Wort soll unter anderem ausgedrückt werden, dass ein Mönch ein ständig Lernender und vor allem Gott Suchender ist. Er ist ein Leben lang auf dem Weg, indem er „im klösterlichen Leben im Glauben voranschreitet und ihm das Herz weit wird in unsagbarem Glück der Liebe“ (RB, Prolog 49). Durch ein ständiges Loslassen des Eigenwillens um Größeres zu empfangen, soll jene innere Freiheit erlangt werden, mit der der Hl. Benedikt das wahre Leben verheißt. Das ganze Ordensleben wird so gleichsam zu Exerzitien („Übungen“), wofür  die benediktinischen Gelübde von Gehorsam, Beständigkeit und klösterlichem Lebenswandel als konkreter Rahmen dienen. Gott gegenüber soll dabei die Vater-unser Bitte „Dein Wille geschehe“ umgesetzt werden.
Allen Brüdern und Schwestern gegenüber soll immer mehr eingeübt werden, das Leben hinzugeben und „nicht auf das eigene Wohl zu achten, sondern mehr auf das des anderen“ (RB 72,7).

Im Voranschreiten auf diesem Weg wird am Mönch letztlich das Wort des Hl. Paulus zunehmend deutlich: „Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20)

„Und der Herr sucht in der Volksmenge einen Arbeiter für sich“
(aus der Regel des Hl. Benedikt; RB, Prolog 14)

Wer in diese Schule eintritt, tut dies aber nicht einfach aus eigenem Gutdünken, sondern er wird vielmehr von Gott selbst dazu berufen. Diesen Ruf, der meist sehr sanft und wie ein leises Klopfen an die Tür des Herzens ergeht, gilt es dann wahrzunehmen, zu prüfen und ihm zu folgen.

Wenn jemand meint, dass Gott ihn auf einen solchen Weg der Nachfolge führen möchte und wenn er dabei auf Seckau als mögliche „Schule“ aufmerksam gemacht wurde, ist er herzlich eingeladen, uns zu besuchen und unsere Gemeinschaft durch einen mehrtägigen Gastaufenthalt kennenzulernen.


Als kleine Gemeinschaft vertrauen wir auf die Gnade Gottes, die ihre Kraft in der menschlichen Schwachheit erweist (vgl. 2 Kor 12,9). Durch unser Bemühen um „stabilitas“ (Beständigkeit) versuchen wir in unserer so instabilen Zeit und Gesellschaft zunehmend zu einer „Oase des Friedens“ zu werden. Gemäß dem Grundsatz unseres Ordens „Ora et labora“ (Bete und arbeite) wollen wir aus der Kraft der „contemplatio“ die „actio“ leben und den Mitmenschen dienen. Als Grundlagen für unsere kontemplative Berufung sehen wir vor allem die tägliche Feier der Hl. Eucharistie und des Stundengebetes, die tägliche Betrachtung der Heiligen Schrift in der lectio divina, das persönliche stille Gebet und eine große Liebe zur Kirche.

Auf diesem Weg vertrauen wir in Seckau auch besonders auf die Hilfe und den Schutz der Gottesmutter Maria, die nach langer Tradition durch unsere Wallfahrtsgeschichte liebevoll als „Hausfrau von Seckau“ bezeichnet und verehrt wird. Wie sie am Pfingstfest zusammen mit den Aposteln im Gebet um die Gabe des Heiligen Geistes gefleht hat, so bitten auch wir heute beständig um ihre Fürsprache in der Erwartung eines neuen Pfingsten für unsere Kirche.

Schritt für Schritt Mönch werden

Die einzelnen Schritte der Eingliederung in das benediktinische Ordensleben geschieht in mehreren Zeitabschnitten:

Einem Postulat von ca. 6 Monaten als einer Zeit des näheren Kennenlernens folgt eine ein- bis zweijährige intensivere Einführung im Noviziat.Profess 15 BeJo 040

Am Beginn dieses Noviziates erhält der Novize das Ordensgewand und den Ordensnamen als Zeichen der Berufung zu einem neuen Leben in Christus.

Danach kann man mit Zustimmung des Konvents mit der zeitlichen Profeß ein Versprechen für drei Jahre ablegen.

Nach ca. fünf Jahren ist es möglich, sich für ein Leben lang durch die ewigen Gelübde an Gott und unsere Abtei zu binden.

Kontaktadresse für Interessierte:

Br. Seraphim Fragner
8732 Seckau 1
(email-Kontakt)